Wednesday, 16th January 2019
16 Januar 2019

Mordfall Khashoggi: Saudischer Generalstaatsanwalt fordert Todesstrafen

Die brisanten Bilder und Details zum Fall Khashoggi

Ein Fall wie in einem Agenten-Thriller – der Realität zu sein scheint und unvorstellbare Ausmaße angenommen hat.

Der Fall Khashoggi: Das sind die brisanten Bilder und hässlichen Details rund um den Fall des getöteten Journalisten. (Quelle: t-online.de)


Werden die Täter im Fall Khashoggi bestraft? Die Generalstaatsanwaltschaft Saudi-Arabiens fordert nun Todesstrafen für fünf Verdächtige. Drahtzieher ist angeblich der frühere Vize-Geheimdienstchef.

Der saudische Generalstaatsanwalt hat im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi die Todesstrafe für fünf an der Tat Beteiligte gefordert. Das sagte er bei einer Pressekonferenz in Riad. Es seien insgesamt elf Männer angeklagt, als Drahtzieher gelte der ehemalige Vizechef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri.

Ein Sprecher sagte, der „Washington Post“-Kolumnist sei im Konsulat von den Tätern betäubt, getötet und zerteilt worden. Die Körperteile seien dann an einen Agenten außerhalb des Konsulatsgeländes übergeben worden.

Eingeständnis unter internationalem Druck

Khashoggi hatte am 2. Oktober das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul betreten, um Dokumente für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Er tauchte nie wieder auf. Erst unter immensem internationalen Druck gab Saudi-Arabien den Tod Khashoggis zu. Riad kündigte eine eigene Untersuchung an.

Saudi-Arabien beschuldigt hochrangige Regierungsmitarbeiter, ein 15-köpfiges Spezialteam zur Ausführung der Tat auf eigene Faust losgeschickt zu haben. Insgesamt ließ die saudische Führung 18 Verdächtige festnehmen. Damit habe sie offensichtlich den mächtigen Kronprinzen aus der Schusslinie nehmen wollen, meinten Kritiker.

Saudi-Arabien: Situation ist eskaliert

Nach Darstellung Riads vom Donnerstag sollte das 15-köpfige Team Khashoggi überzeugen, mit ihnen nach Saudi-Arabien auszureisen. Die Situation sei eskaliert und dem im Exil lebenden Kolumnisten der „Washington Post“ sei eine Injektion verabreicht worden, an der er starb. Sein Körper sei zerstückelt und aus dem Konsulat gebracht worden.

Nach Angaben der türkischen Justiz wurde Khashoggi kurz nach Betreten des Konsulats erwürgt, seine Leiche wurde zerstückelt und entsorgt. Türkische Ermittler gehen davon aus, dass der Befehl für die Tötung Khashoggis aus höchsten Regierungskreisen kam. Ankara hatte die Geheimdienstinformationen – darunter Audioaufnahmen – unter anderem mit Deutschland geteilt.

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