Wednesday, 16th January 2019
16 Januar 2019

Gauland über Hitlergruß-Zeiger: Die sind viel zu blöd

Alexander Gauland im Bundestag: Im Focus-Interview distanziert er sich von rechtsradikalen Tendenzen in seiner Partei und gibt Einblicke in sein Seelenleben. (Quelle: imago)

AfD-Chef Gauland bezeichnet Menschen, die den Hitlergruß zeigen, in einem Interview mit dem Focus als ungefährlich. Und spricht über das Verhältnis zu seiner Tochter, einer scharfen AfD-Kritikerin. 

Alexander Gauland, Parteivorsitzender der Alternative für Deutschland, hat sich im „Focus“-Interview von rechtsradikalen Tendenzen in seiner Partei distanziert. Die Trennlinie zwischen Konservatismus und Rechtsradikalismus sei die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Niemand in der AfD könne deren Abschaffung oder gar den Führerstaat fordern.

Provokanter ist seine Aussage, er halte Menschen, die öffentlich den Hitlergruß zeigen, für ungefährlich. Auf den Hinweis, dass es sich dabei um eine Straftat handelt, erwidert er: „Die sind viel zu blöd, als dass sie die freiheitliche Grundordnung stürzen könnten.“  

Der Umgang mit der Depression gelingt, der Verlust von Freunden bedrückt ihn

Gauland geht in dem Gespräch nicht nur auf Politisches ein, sondern gibt auch persönliche Einblicke. Er spricht über seine Depression, die ihn begleitet seitdem er 24 Jahre alt war. Mittlerweile habe er die Krankheit mit Medikamenten im Griff, habe nur einen Klinikaufenthalt gebraucht. „Gott sei Dank“, so Gauland. 

Mit Angriffen anderer Politiker, etwa als ihn eine Grünen-Politikerin in der Frankfurter Altstadt lautstark zu vertreiben versuchte oder ihm beim Schwimmen die Kleider geklaut wurden, bezeichnet der 77-Jährige als lästig. „Das berührt mich nicht weiter.“ Anders sieht das im Privaten aus. Dass Freunde sich aufgrund seiner politischen Position von ihm abgewendet haben, bedrücke ihn sehr. „Damit kann ich schlecht umgehen“, gibt der AfD-Chef zu. 

Gauland habe seine Tochter zum freien Denken erzogen

Gauland äußert sich in dem Gespräch auch zu seiner Tochter. Die Pfarrerin Dorothea Gauland hatte der „Zeit“ einmal gesagt, sie finde schrecklich, was ihr Vater macht. Was Gauland davon hält, will der Focus wissen. „Das ist traurig, aber ihr gutes Recht“, antwortet er. Immerhin habe er sie zum freien Denken erzogen.

Noch einmal greift der „Focus“ Gaulands Aussagen zu rechtsradikalen Tendenzen in der AfD auf, von denen sich der Parteivorsitzende zu distanzieren versuchte. Angesprochen auf eine Rede, in der Gauland den Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ in der Geschichte bezeichnete, gibt er zu, einen Fehler gemacht zu haben. „Das ist mir weggerutscht“.
 

 
Etwas anderes, so wird ein paar Fragen später deutlich, bereue er nicht. Der Focus gibt vor: „Entschuldigen muss ich mich bei …“, Gauland gibt an: „Da fällt mir jetzt niemand ein.“ Auch nicht die SPD-Politikerin Aydan Özoguz, die er er im vergangenen Jahr in Anatolien „entsorgen“ wollte, nachdem sie das Vorhandensein einer deutschen Leitkultur in Frage gestellt hat.

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