Wednesday, 16th January 2019
16 Januar 2019

Erkältung: Stiftung Warentest kürt die besten Mittel

Winterzeit ist Erkältungszeit. Was hilft bei Husten, Schnupfen und Halsweh? Stiftung Warentest hat rezeptfreie Erkältungsmittel unter die Lupe genommen – und gibt Schnupfengeplagten einen guten Rat mit auf den Weg. 

Stiftung Warentest kürt die besten Erkältungsmittel

Mit dem nasskalten Wetter kommen die Erkältungen. Rund 15 Euro gibt jeder Deutsche im Schnitt für Mittel aus, die gegen die lästigen Symptome wirken sollen: Husten, Schnupfen, Heiserkeit und eine verstopfte Nase.

Typisch für eine Erkältung ist, dass die Beschwerden nicht alle zeitgleich auftreten. Meist beginnt die Erkrankung mit Halsschmerzen und Fieber. Erst später gesellen sich Schnupfen und Husten dazu. Stiftung Warentest rät daher, jedes Symptom einzeln für sich zu bekämpfen. „Behandeln Sie Symptome individuell, verzichten Sie auf Kombipräparate mit mehreren Wirkstoffen“, rät der Pharmazeut Prof. Dr. Gerd Glaeske in der aktuellen Ausgabe von Warentest.

Die Arzneimittelexperten empfehlen Präparate mit Einzelwirkstoffen. Aus der Warentest-Datenbank „Medikamente im Test“ haben die Prüfer 50 Erkältungsmittel ausgewählt, die sie für empfehlenswert halten. Im aktuellen Heft werden die günstigsten Mittel für jedes einzelne Symptom vorgestellt.

Was tun bei Halsschmerzen?

Bei leichten Halsschmerzen empfehlen die Arzneimittelexperten Emser-Salz-Pastillen, die die Rachenschleimhaut befeuchten. (4,15 Euro für 30 Stück) Bei stärkeren Beschwerden können Betroffene auf Präparate mit den betäubenden Wirkstoffen Lidokain oder Ambroxol zurückgreifen. Allerdings sei die Wirksamkeit der Mittel nicht eindeutig belegt. Warentest bewertet sie daher als „mit Einschränkung geeignet“.

Was lindert Schnupfen?

Eine verstopfte Nase ist unangenehm. Sprays mit Salzlösungen reinigen die schnupfengeplagte Nase und befeuchten die Schleimhäute. Auch gibt es Sprays mit den schleimhautabschwellenden Wirkstoffen Xylometazolin und Oyxmetazolin. Sie machen die Nase frei und lassen Erkältete besser durchatmen. Das günstigste Mittel im Test ist das Nasenspray „Sine AL“ (3,86 Euro für 10 ml). Alle schleimhautabschwellenden Sprays sollten aber nicht länger als sieben Tage verwendet werden, so Warentest. „Sonst gewöhnt sich die Nase daran.“

Was hilft bei Schmerzen und Fieber?

Hier eignen sich laut Warentest Wirkstoffe wie Ibuprofen, Parazetamol und Azetylsalizylsäure (ASS). Einige dieser Mittel werden mit Vitamin C-Zusatz angeboten. Nach Ansicht von Warentest haben sie jedoch keinen therapeutischen Zusatznutzen.

Bei allen Schmerztabletten sei es wichtig, die Dosierungsempfehlungen strikt einzuhalten. Tagelanges Fieber von mehr als 39 Grad sollte zudem von einem Arzt abgeklärt werden. Womöglich verbirgt sich dahinter eine schwere Grippe oder eine bakterielle Infektion.

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Eine Erkältung wird durch Kälte verursacht Nein. Viren lösen eine Erkältung oder Grippe aus. Aber: „Wenn der Körper schon eine beginnende Infektion bekämpft und dann stark friert, kann dies das berühmte i-Tüpfelchen sein“, sagt Martin Scherer, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Es gibt auch die These, dass die Nasen-Rachenschleimhaut bei Kälte anfälliger für Virusinfektionen ist, aber die ist wissenschaftlich nicht belegt.

Welche Mittel bekämpfen Husten?

Hustenstiller mit dem Wirkstoff Dextromethorphan lindern Reizhusten. Die günstigsten Präparate im Test stammen von Ratiopharm (Hustenstiller: 5,40 Euro für zehn Kapseln) und Wick (Hustenpastillen mit Honig: 6,97 Euro für zwölf Kapseln). Die Wirksamkeit von Hustensäften mit Spitzwegerich sei dagegen „noch nicht abschließend belegt“.

Hustenlöser kommen für Erkältete in Frage, die festsitzenden Schleim abhusten müssen. Allerdings gibt es nach Ansicht von Warentest kein rundum geeignetes Mittel. Studien zu Tabletten mit Azetylzystein und Ambroxol würden „allenfalls unterstützende Effekte“ erwarten lassen. Auch Hustenlöser mit Efeu und Thymian sind laut Warentest nur „mit Einschränkung geeignet“.

Alte Weisheit bestätigt sich

Ganz gleich ob Halstabletten, Schnupfensprays oder Hustensäfte: Alle Präparate eint ein Merkmal. Sie können die Symptome einer Erkältung lediglich lindern und das Wohlbefinden verbessern. Weder würden die Mittel gesund machen, so Warentest, noch das Leiden verkürzen. Nach wie vor gelte der alte Sinnspruch: „Eine Erkältung dauert mit Medikamenten eine Woche – ohne sie sieben Tage.“

Details zu Erkältungsmitteln und Medikamenten im Allgemeinen finden Sie hier. Die vollständigen Testergebnisse des aktuellen Tests können Sie gegen Gebühr hier einsehen. 

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