Thursday, 6th October 2022
6 Oktober 2022

Umfrage vor Sachsen-Wahl: CDU und AfD liegen gleichauf – SPD einstellig

Michael Kretschmer: Der Ministerpräsident Sachsens muss fürchten, dass die AfD seine CDU überholt. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

Im September wählen die Sachsen. Ministerpräsident Kretschmer muss nicht nur um eine Mehrheit für seine Koalition bangen. Die AfD könnte auch seine CDU überholen, wie eine neue Umfrage zeigt.

Gut zwei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen liegen CDU und AfD weiter gleichauf. In einer neuen Umfrage von infratest dimap für den MDR kommen beide Parteien auf 26 Prozent. Die Linke fällt mit 15 Prozent zurück auf Platz drei, gefolgt von den Grünen. Sie würden mit 12 Prozent ihr früheres Wahlergebnis fast verdoppeln.

Die mitregierende SPD verliert laut „Sachsentrend“ weiter und würde mit 9 Prozent nur noch ein einstelliges Ergebnis bekommen. Die FDP könnte mit 5 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag schaffen.

Keine Mehrheit für aktuelle Koalition

Die derzeit regierende Koalition von CDU und SPD hätte damit weiterhin keine Mehrheit mehr, wie auch schon zuvor Umfragen gezeigt hatten. Rein rechnerisch möglich wäre ein Viererbündnis aus CDU, SPD, Grünen und FDP.

Auch eine Koalition von CDU und AfD wäre theoretisch möglich. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat das aber kategorisch ausgeschlossen. Der Umfrage zufolge könnte es demnach auch knapp für eine so genannte Kenia-Koalition zwischen CDU, SPD und Grünen reichen.

Mit der aktuellen Landesregierung äußert sich eine knappe Mehrheit der Befragten in Sachsen zufrieden. 53 Prozent sind (sehr) zufrieden, 45 Prozent dagegen „weniger“ oder „gar nicht“. Bei der vorherigen Umfrage vom August 2018 war das Verhältnis mit 48 zu 49 Prozent noch eher negativ.

Positive Bewertung auch aus anderen Lagern

Im neuen „Sachsentrend“ von infratest dimap erhält die CDU-SPD-Regierung nicht nur aus den eigenen Lagern, sondern auch von FDP- und Linke-Anhängern mehrheitlich eine eher positive Bewertung. Bei den Grünen-Anhängern halten sich Zustimmung und Ablehnung in etwa die Waage.

Im Hinblick auf künftige Koalitionen ergibt sich allerdings ein widersprüchliches Bild. Hier scheint eine Fortführung der CDU-SPD-Koalition zwar noch als beste Option – die Zustimmung liegt allerdings nur bei 36 Prozent. 62 Prozent fänden Schwarz-Rot künftig weniger gut oder sogar schlecht.

Für ein Viererbündnis aus CDU, SPD, Grünen und FDP könnten sich 32 Prozent begeistern, für eine Koalition zwischen CDU und AfD noch 27 Prozent. Infratest dimap befragte von 24. bis 29. Juni tausend Wahlberechtigte in Sachsen.

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